Kleine afrikanische Buntbarsche aus dem Tanganjika-See

Neolamprologus similis

Leicht kann man den Breit­strei­fen-Schne­cken­bunt­barsch (Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis) mit dem Neo­lam­pro­lo­gus mul­ti­fa­scia­tus ver­wech­seln. Die bei­den Fische sehen sich sehr ähn­lich, auch im Ver­hal­ten unter­schei­den sie sich kaum. Daher auch der latei­ni­sche Name — simi­lis bedeu­tet ähn­lich.

Im Unter­schied zu Neo­lam­pro­lo­gus mul­ti­fa­si­cia­tus begin­nen die Strei­fen bei Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis jedoch schon am Kopf. Sie sind auch brei­ter. Wäh­rend bei Neo­lam­pro­lo­gus mul­ti­fa­scia­tus die bei­gen Strei­fen und die wei­ßen Zwi­schen­räu­me etwa gleich groß sind, wer­de die bei­gen Strei­fen bei Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis nur durch schma­le, wei­ße Bän­der von­ein­an­der getrennt. Auch die Männ­chen von Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis wer­den maxi­mal 5 Zen­ti­me­ter lang, sie sind aber ten­den­zi­ell etwas grö­ßer als Neo­lam­pro­lo­gus mul­ti­fa­scia­tus. Erwach­se­ne Männ­chen sind deut­lich grö­ßer und bul­li­ger gebaut als Weib­chen.

Neolamprologus similis
Eine Grup­pe von Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis, Quel­le: Flickr / bored-now

Verhalten

Der Breit­sch­rei­fen-Schne­cken­bunt­barsch lebt in Schne­cken­haus-Kolo­ni­en, jedes Tier bean­sprucht ein eige­nes Schne­cken­haus für sich. Die Fische wüh­len so lan­ge im Sand, bis das Schne­cken­haus auf dem Grund liegt. Auf die­se Art bil­den sie um das Schne­cken­haus her­um einen Trich­ter, der ihr Revier dar­stellt. Die­se Revier ver­las­sen sie nur sel­ten. Meis­tens grup­pie­ren sich meh­re­re Schne­cken­häu­ser in einem Trich­ter zu einer Kolo­nie. Zum Wüh­len neh­men die Fische ihren Mund voll Sand, ent­fer­nen sich ein paar Zen­ti­me­ter vom Schne­cken­haus und spu­cken den Sand dann wie­der aus. Meis­tens besteht eine Kolo­nie aus einem Männ­chen und meh­re­ren Weib­chen. Männ­li­che Jung­fi­sche wer­den nach dem Ein­set­zen der Geschlechts­rei­fe aus der Kolo­nie ver­trie­ben und müs­sen sich anders­wo ein Schne­cken­haus suchen. Wenn nicht genug Schne­cken­häu­ser zur Ver­fü­gung ste­hen, bezie­hen die Fische auch Fels­spal­ten.

Dafür, dass sie so win­zig sind, haben die Fische ein gewal­ti­ges Tem­pe­ra­ment. Es kommt regel­mä­ßig zu Strei­tig­kei­ten zwi­schen den Männ­chen. Zum Glück wer­den die meis­tens mit Droh­ge­bär­den aus­ge­tra­gen. Zu wirk­li­chen Kämp­fen kommt es nur in Aus­nah­me­fäl­len. Gefähr­lich kann es wer­den, wenn man eine Kolo­nie älte­rer Fische in ein neu­es Aqua­ri­um umsetzt. Dann müs­sen die Revier­gren­zen neu aus­ge­foch­ten wer­den. Das kann zu Kämp­fen füh­ren, die mit dem Tod eini­ger Tie­re enden.

Mit ande­ren, auch deut­lich grö­ße­ren Fischen kom­men Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis gut zurecht. Die klei­nen Fische wis­sen sich zu ver­tei­di­gen und fin­den bei Gefahr Zuflucht in ihren Schne­cken­häu­sern. Bei aku­ter Panik kön­nen sie sich zudem so schnell im Sand ver­gra­ben, dass man mit den Augen gar nicht fol­gen kann.

Die­ses Video zeigt das Ver­hal­ten von Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis im Aqua­ri­um

Haltung

Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis soll­ten immer in der Grup­pe gehal­ten wer­den, damit sie ihr natür­li­ches Sozi­al­ver­hal­ten aus­le­ben kön­nen. Es soll­ten also min­des­tens drei Tie­re sein, bes­ser mehr. Am bes­ten hält man mehr Weib­chen als Männ­chen, um unnö­ti­ge Kämp­fe zwi­schen den Männ­chen zu ver­mei­den.

Wie die meis­ten Schne­cken­bunt­bar­sche kann man Breit­strei­fen-Schne­cken­bunt­bar­sche schon in rela­tiv klei­nen Aqua­ri­en hal­ten. 50 Zen­ti­me­ter Kan­ten­län­ge sind aus­rei­chend. Da sie ihr klei­nes Revier sel­ten ver­las­sen, kann man in so einem Becken schon eine klei­ne Grup­pe mit drei bis fünf Tie­ren hal­ten. Wich­tig ist die art­ge­rech­te Becken­ein­rich­tung. Der Boden­grund muss unbe­dingt aus Sand bestehen, damit die Fische wüh­len kön­nen. Im Aqua­ri­um soll­ten mehr Schne­cken­häu­ser als Fische sein, damit die Tie­re aus­wäh­len kön­nen. Stei­ne hel­fen, die Revier­gren­zen zu mar­kie­ren. Pflan­zen las­sen die klei­nen Bar­sche in Ruhe, aller­dings kann es pas­sie­ren, dass sie durch das Wüh­len aus­ge­gra­ben wer­den.

Auch wenn das Was­ser des Tan­gan­ji­ka-Sees eine Kar­bo­na­thär­te auf­weist, die über der Gesamt­här­te liegt, kom­men Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis mit dem hier­zu­lan­de meist har­tem, leicht alka­li­schem Lei­tungs­was­ser gut zurecht. Die Was­ser­tem­pe­ra­tur soll­te um die 25 Grad Cel­si­us betra­gen. Eine spe­zi­el­le Was­ser­auf­be­rei­tung ist nicht nötig.

In der Natur ernährt sich Neo­lam­pro­lo­gus simi­lis von klei­nen Wir­bel­lo­sen. Zum Bei­spiel von Mücken­lar­ven, klei­ne Gar­ne­len, Hüp­fer­lin­gen oder Muschel­kreb­sen. Die Fische neh­men aber auch Fer­tig­fut­ter in Flo­cken- oder Gra­nu­lat­form gut an, sofern es nicht zu groß für ihr Maul ist. Wer sei­nen Schne­cken­bunt­bar­schen einen spe­zi­el­len Lecker­bis­sen gön­nen will, kann sie ab und zu mit leben­den Was­ser­flö­hen oder Artemia füt­tern.

Zucht

Im Artaqua­ri­um stellt sich frü­her oder spä­ter von selbst Nach­wuchs ein. Die Fische sind Sub­strat­brü­ter, sie lai­chen im Schne­cken­haus, der Mut­ter­fisch küm­mert sich um die Brut. Falls die Jung­fi­sche kein Tro­cken­fut­ter anneh­men, kann man sie mit Artemia Nau­pli­en ernäh­ren.

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ich bin Andre­as und habe die­se Web­site gemacht. Mei­ne neue Sei­te heißt Nano Aqua­ri­um Tipps. Dort dreht sich alles um klei­ne Aqua­ri­en. Es wür­de mich freu­en, wenn du mal rein­schaust!